«Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen»
«Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen»
Primo Levi

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Willkommen

Wir sind eine Studierendeninitiative der Medizinischen Hochschule Brandenburg und möchten mit unseren "Aktionstagen gegen Rechts" zu einer Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit anregen. Dieser Begriff meint viele Arten von Diskriminerung: zum Beispiel Antisemitismus, Rassismus oder Homophobie. Mit unseren Aktionstagen möchten wir zu einem toleranten Miteinander beitragen.

Wir finden es wichtig, dass gerade wir als angehende Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen sowie als angehende Mediziner*innen eine Haltung entwickeln, die Menschenrechte verteidigt.

Wir wollen außerdem dazu anregen, die eigenen Perspektiven kritisch zu prüfen: denn auch der Patient*innenkontakt in der Psychotherapie und Medizin findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist durch gesellschaftliche Hierarchieverhältnisse mitgeprägt.

Wir freuen uns über Anregungen und Interesse aus der Studierendenschaft und laden euch ganz ganz herzlich ein, bei den Vorträgen dabei zu sein!

Euer Orga-Team der „Aktionstage gegen Rechts"

Ablaufplan

Anfang Dezember, am 7., 8., und 9. Und 10. werden per WebEx Online Vorträge stattfinden, in denen den verschiedensten Fragestellungen nachgegangen wird. Das ganze Programm könnt ihr auf der nächsten Seite sehen.

  • Donnerstag 10.12. 19:45 Rassismus in der Medizin. Eine kritische Perspektive

    Sie tauchen in Lehrbüchern auf, werden beiläufig von Dozierenden erwähnt und beeinflussen unter Umständen das ärztliche Handeln – Rassismen. In diesem Vortrag sollen Situationen aufgezeigt und beleuchtet werden, in denen es in Ausbildung und Beruf zur Perpetuierung von rassistischen Vorstellungen kommt, wie sog. Racial-bias in der Praxis für Patient*innen tödlich endet und was dagegen unternommen werden kann. Weiterhin werden die kritische Medizin und die AG solidarische Medizin Brandenburg vorgestellt.

  • Montag 07.12. um 17.30 Uhr - Problemaufriss

    Hat Deutschland ein Problem mit Rechtsextremismus?

    Sind Rechtsextreme nicht eigentlich eine irrelevante Randgruppe in unserer heutigen Bundesrepublik? Und gehört dieses Phänomen, zumindest als ein ernstzunehmendes, nicht lange der Vergangenheit an?

    Das "dritte Reich" und der zweite Weltkrieg sind Geschichte, na klar.

    Aber was sind das für Akteur*innen, die sich noch heute auf rechtsextreme Ideologien berufen? Wie viele sind es eigentlich? Und aus welchen Ecken kommen sie?

    Dieser Problemaufriss gibt einen grundlegenden Einstieg in den Themenbereich von Extremer Rechte, Neonazis und völkischen Denkens. Neben Zahlen und Fakten zum Auftreten und zu Strategien aktueller Strömungen, sollen auch einige analytische Fragen gestellt und so ideologische Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Akteur*innen herausgearbeitet werden.

    Georg Schütze ist Mitarbeiter im Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt und setzt sich gegen Rassismus sowie für die Stärkung der Rechte geflüchteter Menschen ein. Zudem ist er ehrenamtlicher Argumentationstrainer und Berater im Netzwerk für Demokratie und Courage.

  • Mittwoch 09.12. 19:15 Uhr Jung - feministisch - extrem rechts?

    Rechtsextrem – das sind doch diese glatze- und springerstiefeltragenden Typen die von „Rassereinheit“ träumen und von einem „geheimen Judenstaat“ schwadronieren… oder?

    Dieses vereinfachte und einseitige Bild des Phänomens hält sich hartnäckig in den Köpfen von vielen. Dabei ist die (extreme) Rechte in Deutschland sehr vielseitig und anpassungsfähig. Im Internet gibt sie sich jung und modern. Aktivistinnen* produzieren Youtube-Videos gegen Gewalt an Frauen*, eine Lesbe sitzt im Bundestag für die Alternative für Deutschland (AfD) und trans Personen mobilisieren auf ihren Onlineblogs für den „Widerstand“. Ist die (extreme) Rechte also weniger traditionalistisch, homo-/transfeindlich und sexistisch, als wir denken? Dieser Vortrag soll Ihnen einen Überblick über die aktuellen Diskurse innerhalb der Szene zu Gender- und Queer-Themen geben.

Das ganze Programm anschauen

Bücher und Studien zum Thema

Bücher auf einem schönen Tisch zum Reinschnuppern auszulegen ist im Onlineformat leider etwas schwierig. Trotzdem haben wir für euch interessante Bücher, Artikel und Recherchen für euch gesammelt, in die ihr euch einlesen könnt.

Diagnosing and Treating Systemic Racism

Das New England Journal of Medicine hat im Zuge der „Black lives matter“-Bewegung, ein Paper zum Thema Rassismus in der Medizin veröffentlicht.

Dieses Paper setzt sich kritisch, mit der Geschichte des systemischen Rassismus in der Medizin, auseinander. Zudem stellt der Beitrag auch die heutigen Auswirkungen & Benachteiligungen in der Behandlung Afroamerikaner & weiterer amerikanischer Minderheiten dar.

Darüber hinaus werden in dem Paper, auch die Rolle der Sklaverei in der Medizingeschichte sowie der erschwerte Zugang für afroamerikanische Menschen in den Arztberuf geschildert.

Auch wir als angehende Psycholog*innen & Mediziner*innen in Europa sind in der Pflicht, ein Bewusstsein für Rassismus in der Medizin zu entwickeln & diesen zu unterbinden.

Positiv hervorheben möchte ich an der Stelle auch den Podcast „pin-up-docs“, welche ihre Reichweite dazu genutzt haben auf diese Thematik aufmerksam zu machen, indem sie u.a. das NEJM-Paper vorgestellt & thematisiert haben.

Hier gehts zum Paper

Patrisse Khan Cullors ist eine der Mitbegründer*innen von Black Lives Matter und "eine Geschichte vom Überleben" ist ihre Autobiographie.

Das Buch ist extrem schockierend und die Ungerechtigkeiten, die das Leben dieser schwarzen Frau von klein auf so gewaltsam prägten, werden mit jeder Seite mehr und schwerer, sodass man das Buch ab und zu zur Seite legen muss.

Das Buch ist der zweite Teil der siebenteiligen Autobiographiereihe, der in der USA sehr bekannten schwarzen Bürgerrechtlerin, Maya Angelou.

Sie zeichnet in ihrem Buch ein einprägsames Bild von den US-Staaten Arkansas und Kalifornien, kurz nach dem zweiten Weltkrieg.

Dass Homosexualität eine Krankheit und die EU undemokratisch ist, wir nicht jeden Flüchtling aufnehmen können oder Frauen doch längst gleichberechtigt sind: Gäbe es einen bot, der für uns auf alle hetzerischen und dummen Kommentare antwortet, er müsste mit diesem Buch gefüttert werden. Auch im angeblich postfaktischen Zeitalter ist es gut, die Fakten zu kennen. Dieses Buch hilft dabei.

Dr. Matthias Quent, 1986 geboren und aufgewachsen in Thüringen ist Soziologie und profilierter Rechtsextremismusforscher. Er ist Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) der Amadeu Antonio Stiftung in Jena. Gegründet als Konsequenz aus dem NSU-Komplex, werden dort Ursachen und Erscheinungsformen von Diskriminierung, Hass, politischer Gewalt und Demokratiefeindlichkeit erforscht.

Linkliste

Auf den nachfolgenden Seiten findet ihr neben Literaturquellen auch Internetforen, Bildarchive und spannende Hintergrundberichte. Ein kurzer Text beschreibt worum es inhaltlich geht. Frohes Lesen!

„Das antifaschistische pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V. (apabiz) informiert seit 1991 über die extreme Rechte. Unser Archiv zum Thema ist das umfangreichste öffentlich zugängliche Facharchiv zur extremen Rechten nach 1945. Die Informationen stehen allen Personen und Initiativen zur Verfügung.“

https://www.apabiz.de/

"Seit über fünfzehn Jahren erscheint die "Versteckspiel"-Broschüre und hat inzwischen eine Gesamtauflage von über 150.000 Exemplaren erreicht. Auf über 80 Seiten werden Symbole, Codes und Lifestyle von Neonazis und extrem Rechten in Bildern und kurzen Texten dargestellt. Anstelle einer einfachen Abbildung der Symbole, wie sie in Lexika üblich ist, zeigen wir die Symbole in der Form, in der sie im Alltag zu sehen sind: als Transparent oder Tattoo, auf Aschenbecher, T-Shirt oder Aufkleber, als CD-Cover oder Flugblatt."

https://dasversteckspiel.de/

"Exif steht für Informationen hinter Bildern. Einer der wichtigsten Bausteine antifaschistischer Recherche ist das Sammeln und Auswerten von Bildmaterial. Dabei werden Aufmärsche, Treffen und Veranstaltungen analysiert und mit bereits vorhandenen Erkenntnissen verknüpft.

«EXIF – Recherche & Analyse» ist eine unabhängige, antifaschistische Rechercheplattform, die sich mit der rechten und neonazistischen Szene befasst. Die Arbeit zielt dabei auf Recherche, Analyse und Information."

https://exif-recherche.org/

"Wer möchte schon Neonazis oder Rassist*innen bei sich im Gym haben, geschweige denn mit ihnen trainieren? Sport bedeutet für uns Fairness, Respekt, gegenseitige Anerkennung und Unterstützung. Allein deswegen ist es für uns nicht vereinbar, mit Neonazis, Rassist_innen und anderen Menschenfeinden im Ring zu stehen oder zu trainieren, da sie mit ihrer Ideologie per se diese Werte nicht teilen.“

https://runtervondermatte.noblogs.org/

„Dies ist die Informationsplattform des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA). Seit 2012 sind wir ein gemeinnütziger Verein, der sich vor allem durch Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit der Stärkung des demokratischen Staatswesens als auch dem Kampf gegen Antisemitismus widmet. Wir beraten bei antisemitischen Vorfällen und führen ein unabhängiges Monitoring durch. Das JFDA engagiert sich in der politischen Bildungsarbeit durch Projekte, Veranstaltungen sowie im interreligiösen Dialog und ist Ansprechpartner für Pressevertreter.“

https://jfda.de/

"Wir müssen reden – über Rechtsextremismus! Das ist das Thema dieses Blogs. Hier schreiben engagierte Autoren aus allen Regionen Deutschlands über die extreme Rechte, Rassismus und Antisemitismus.

Seit der Gründung 2007 wollen wir mit diesem Blog aufmerksam hinschauen. Was passiert in der Szene? Wo ist sie besonders aktiv? Welche Strategien wenden die Rechtsextremen an? Warum haben sie Zulauf? Und was kann man gegen sie tun?"

https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/

„Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die sich kontinuierlich für eine demokratische Kultur engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Die wichtigste Aufgabe der Amadeu Antonio Stiftung über eine finanzielle Unterstützung hinaus: Aufmerksamkeit für engagierte Menschen vor Ort zu schaffen und das Thema Rechtsextremismus dauerhaft auf die Tagesordnung zu bringen.“

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de